TORSTEN SLAMA
DIE VATERMASCHINE

28.02 - 24.05.26
Eröffnung am 27.02.2026, ab 19 Uhr

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Charakteristisch für Torsten Slamas Oeuvre aus Zeichnungen sowie Malereien in starkem zeichnerischen Duktus ist ein zeichenhaft überladenes Bildverständnis, das über dreißig Jahre hinweg kohärent und durch dezente Weiterentwicklungen an Tiefe gewonnen hat. Nachdem sich der Künstler lange an der menschlichen Figur abgearbeitet hat, finden sich in seinen Arbeiten ab 2010 zumeist nur noch Gebäude, Maschinen oder Züge, jeweils eingebettet in hochartifizielle Landschaften, mittels derer er indirekt über die Abgründe der menschlichen Existenz in Zeiten der Hypermoderne monologisiert. Tatsächlich entwickelte Slama in zunehmendem Maße eine eigene künstlerische Grammatik, deren Idiosynkrasien sich über einzelne Arbeiten kaum erschließen ließen, hätte der Künstler nicht zeitlebens eine schriftliche Selbstkommentierung betrieben. Trotz dieser eigenbrötlerischen, solitären Ästhetik lässt sich Slama dennoch sehr genau in der verspielten utopistischen Denkweise verorten, wie sie innerhalb der zweiten Kolonnen Künstler des sprichwörtlich gewordenen „Kölns der Neunziger Jahre" gepflegt wurde.

Die Ausstellung im Kunstverein, „Die Vatermaschine“, versucht mit einem Querschnitt durch das Oeuvre ab 2007 die komplexen semantischen Ketten des Künstlers über verschiedene Serien hinaus nachzuzeichnen. Auch, weil Slamas als Rückzug getarnte, indirekte Kommentierung gesellschaftlicher Entwicklungen eine subtile Alternative zu den aktuell dominanten Polit-Ästhetiken bietet. Überdies ist in den Arbeiten ein schwelgerischer Schönheitsbegriff inhärent, für den es in dieser Form Mut braucht und der in zeitgenössischen Programmen nur selten in so durchdachter Weise auftritt.

Torsten Slama (1967-2023) war Künstler, Programmierer, Schriftsteller. Er studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und war integraler Akteur zunächst der Kölner Szene in den 1990er Jahren, die ab den 2000er Jahren in veränderter Konstellation in Berlin weiter wirkte. Er hatte Einzelausstellung im Museum of Contemporary Art Houston, in der Focal Point Gallery in Southend-on-Sea und der Kunsthalle Bremerhaven. Werke des Künstlers sind in zahlreichen öffentlichen Sammlungen, u.a. in der des Museum of Modern Art, NY.  “Die Vatermaschine“ ist Slamas erste Einzelausstellung seit seinem verfrühten Ableben in 2023.  

  Die Ausstellung wird großzügig unterstützt von: / The exhibition is generously supported by:

  

  

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