SOFT VIEW/PRIVATISSIME

Mit Arbeiten von:
Elisa Barrera, Harun Farocki, Angélique Heidler, Sarah Lehnerer,
Alan Michael, Rosa Rendl, Sarah Schumann und Niklas Taleb

19.6.2020 - 23.8.2020

SOFT VIEW/PRIVATISSIME

Mit Arbeiten von:
Elisa Barrera, Harun Farocki, Angélique Heidler, Sarah Lehnerer,
Alan Michael, Rosa Rendl, Sarah Schumann und Niklas Taleb

19.6.2020 - 23.8.2020

SOFT VIEW/PRIVATISSIME

Mit Arbeiten von:
Elisa Barrera, Harun Farocki, Angélique Heidler, Sarah Lehnerer,
Alan Michael, Rosa Rendl, Sarah Schumann und Niklas Taleb

19.6.2020 - 23.8.2020

SOFT VIEW/PRIVATISSIME

Mit Arbeiten von:
Elisa Barrera, Harun Farocki, Angélique Heidler, Sarah Lehnerer,
Alan Michael, Rosa Rendl, Sarah Schumann und Niklas Taleb

19.6.2020 - 23.8.2020

SOFT VIEW/PRIVATISSIME

Mit Arbeiten von:
Elisa Barrera, Harun Farocki,
Angélique Heidler, Sarah Lehnerer,
Alan Michael, Rosa Rendl,
Sarah Schumann und Niklas Taleb

19.6.2020 - 23.8.2020

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Die Gruppenausstellung „Soft View/privatissime“ nimmt John Baldessaris berühmtes Bild „Semi-close-up of Girl by Geranium” (1966) zum Ausgangspunkt, über Bildklischees, die Möglichkeiten von (gemalten und technischen) Bildern sowie weibliche Perspektiven auf diese nachzudenken. Genaugenommen ist „Semi-close-up of Girl by Geranium” kein Bild, es wird lediglich mit schwarzer Schrift auf weißem Grund das Bild einer Frau heraufbeschworen, die eine Geranie gießt. Das Bild markiert einen spekulativen Nullpunkt der Malerei, eine Auflösung in Beschreibung und Weiß. Überdies ist das evozierte Bild der sich kümmernden Hausfrau Klischee des männlichen Blicks; es ist anzunehmen, dass Baldessari sich dessen bewusst gewesen ist und daher auch den Betrachtungsmodus eines ironisierten Blickes durch das Schlüsselloch gewählt hat. Damit zitiert Baldessari eine Rollenzuschreibung der Frau als passiv angeschautes, der häuslichen Sphäre zugeordnetes Wesen, gegen die zeitgenössische Künstlerinnen bereits länger anarbeiten, insbesondere im Medium Malerei. Gleichzeitig ist „Semi-close-up of Girl by Geranium” eine Inszenierung von Bildhaftigkeit (Picturehood) selbst. Dabei wird das Bild auf ein ideologisches Minimum reduziert, auf das Bild einer Person, im besten Falle das einer Frau, welche durch die dominanten Bildpolitiken bereits ‚objektiviert’ wurde. 

Die Ausstellung möchte über Baldessaris „Semi-close-up of Girl by Geranium” die eigentliche Kernfrage des Bildes, wie bildnerische Kommunikation funktioniert, mittels zeitgenössischer Positionen von Picturehood reflektieren.

Zentral dafür bleibt die Überlagerung von bzw. Reibung zwischen Frauenbildern und weiblicher Bild(gegen)macht. Auch, weil in der Frauenfigur immer schon eine Spannung zwischen kommunikativer Sichtbarkeit (die den Blick erwidern kann) und einer objektiven, unidirektionalen Sichtbarkeit angelegt ist. Also eine Spannung zwischen einer Beziehung mit expliziten ethischen Ansprüchen und einer, in der ein solcher Anspruch entkräftet werden könnte. Überdies ermöglicht eine Beschäftigung mit Picturehood auch eine Zirkulation zwischen den häufig separat geführten Universen von Malerei und Fotografie, welche durch hartnäckige Gattungsgrenzen häufig nicht zustande kommt.

Über Leitmotive und Möblierung nimmt die Ausstellung vielfach Bezug auf die häusliche Sphäre, wodurch die Rezeption der Ausstellung gewissermaßen privatissime (lat.: sehr privat, sehr persönlich, ganz geheim) stattfindet. Gleichzeitig wird damit auch jener Ort besetzt, der immer noch dem Weiblichen zugeordnet wird – erst recht wenn es gilt, Bildhaftigkeit herzustellen.

Eine außerhalb feministischer Kreise bislang wenig bekannte Überschneidung dieser Felder ist die Arbeit von Sarah Schumann (1933-2019), welche eine dezidiert weibliche Malerei begründet hat, in der immer wieder auch eine Beschäftigung mit dem fotografischen Blick auf die Frau stattfindet.

Mit freundlicher Unterstützung durch:

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© Bild: image copyright and courtesy of the artists and Neuer Essener Kunstverein

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