DAPHNE AHLERS
RINNEN 


14.04.18–17.06.18
Eröffnung am Freitag 13.04.18 um 19 Uhr

TOMORROW’S DREAMS:
EINE GRUPPENAUSSTELLUNG VON DAILY LAZY

Mit Jay Glass Dubs, Shannon Finley, Irini Miga, Sarah Schönfeld, Yorgos Stamkopoulos, Panos Tsagaris u.a.

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© Bild: all images copyright and courtesy of the artist and Neuer Essener Kunstverein

© Bild: www.schiefe-zaehne.com

In ihren Arbeiten beschäftigt die Künstlerin Daphne Ahlers sich mehrheitlich mit Symbolen, Formen und Techniken, die im weitesten Sinne mit weiblicher Gegenmacht in Zusammenhang stehen. Sie steht in jeder Hinsicht für soft sculpture – nicht nur, weil sie vornehmlich biegsame, weiche Materialien verwendet, sondern auch weil ihre Skulpturen die Starre bestehender, autoritärer Bilder und Diskurse kommentiert und hintertreibt. Obwohl ihre Arbeit offensichtlich in einer bildhauerischen Tradition steht, ist der eigentliche Gegenstand ihrer Arbeit die Formbarkeit gesellschaftlicher Diskurse durch einen rückständigen Autoritarismus,  dessen rigides konservatives Weltbild bei ihr in Latex, Silikonwatte und Schaumstoff zergeht.

Die von der griechischen Künstlergruppe Daily Lazy kuratierte Gruppenausstellung bringt Positionen internationaler Künstler zusammen, deren Praktiken in ganz unterschiedlichen Medien stattfinden, von Malerei und Skulptur über Klanginstallation bis hin zu Performance. „Tomorrow’s Dream“ erforscht die geheimen Beziehungen und verborgenen räumlichen Distanzen, welche sich in einem bestimmten Rahmen zwischen Kunst und Poesie auftun.     

Konkret verbindet die gezeigten Arbeiten die Bereitschaft, mit einem Gedicht von Irini Miga in Interaktion zu treten. Dadurch wird die etablierte Ausstellungskonventionen – nach der die Interaktion zwischen Werk und Besucher stattfindet – aufgegeben, stattdessen werden die verschiedenen Arbeitenvon einem mittig im Raum platzierten Gedicht durch einen rätselhaften Magnetismus angezogen. So verbinden sich die Teile der Ausstellung über die Räume ihrer Präsenz, die Brüche zwischen Materialität und Beschaffenheit, Emergenz, Vergänglichkeit oder Beharrlichkeit, ihrer Form und Größe sowie der Idee des Gedichts und seiner Existenz im Raum. Die geradlinige Ausstellung wird zugunsten einer veränderlichen, erfahrbaren Wahrnehmungsebene aufgegeben.

In “Rinnen“, ihrer Einzelausstellung im Neuen Essener Kunstverein, wird Ahlers neben der Präsentation weiterer Arbeiten die ortsspezifische Installation eines Wandbeckens realisieren, dessen Form und narratives Relief an den Hexenbrunnen „Witches’ Well“ des Edinburgh Castle, angelehnt ist. Die Form dieses Mahnmals an die Verfolgung und Hinrichtung von über 4.000 vermeintlichen schottischen Hexen hat die Künstlerin weich gezogen und zur Rinne verformt. Statt alles Stehende verdampfen zu lassen, lässt sie es lieber fließen und rinnen.